Die Energiewende wird nicht nur auf hoher See, in Umspannwerken oder entlang neuer Stromtrassen gebaut. Sie entscheidet sich auch dort, wo neue Infrastruktur bestehende Leitungen kreuzt – oft tief unter der Erde und mit Toleranzen im Millimeterbereich. Genau hier ist die PV ANSPERGER mbH im Einsatz.

Seit dem vierten Quartal 2025 führen wir dazu im Auftrag eines langjährigen Rahmenvertragskunden aus dem Leitungsbereich Kontrollmessungen im Umfeld großer Höchstspannungs-Erdkabeltrassen durch. Hintergrund sind Bauarbeiten im Zuge der Amprion-Gleichstromverbindung A-Nord, die künftig Windstrom aus dem Nordseeraum über eine rund 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse von Emden nach Meerbusch-Osterath transportieren soll. Dabei fließen zukünftig bis zu 2 Gigawatt Windstrom von Norddeutschland bis an den Niederrhein.

An den Kreuzungspunkten treffen nun neue Stromtrassen auf vorhandene Leitungsinfrastruktur. Häufig erfolgt die Querung nicht in offener Bauweise, sondern mittels HDD-Bohrung, also Horizontal Directional Drilling. Dabei wird zunächst eine Pilotbohrung unter der bestehenden Leitung geführt. Anschließend wird der Bohrkanal aufgeweitet, bevor die neuen Kabelsysteme eingezogen werden. Gerade während der Pilotbohrung und der Aufweitung können durch die Bodenverdrängung Kräfte entstehen, die bestehende Rohrleitungen beeinflussen.

„Unsere Aufgabe ist es, während der kritischen Bauphasen exakt zu überwachen, ob sich eine Leitung hebt, senkt oder anderweitig bewegt“, sagt Geschäftsführer Jörg van Kesteren. Grundlage der Begleitung sind technische Gutachten, die unter anderem Rohralter, Stahlgüte, Auslastung und zulässige Bewegungen bewerten. Je nach Leitung können die Toleranzen sehr eng sein – teils im Bereich weniger Millimeter –, damit die Streckgrenze des Materials sicher eingehalten wird.

Für das Monitoring werden Rohrleitungen punktuell freigelegt und mit Kontrollpunkten ausgestattet. Ein Zweierteam der PV ANSPERGER mbH misst dann die relevanten Punkte vor Ort fortlaufend ein, dokumentiert die Ergebnisse und erstellt Messprotokolle für den Kunden. „Bisher lagen die festgestellten Bewegungen innerhalb der vorgegebenen Toleranzen“, so van Kesteren. „Genau dafür ist dieses Monitoring da: Risiken früh erkennen, dokumentieren und die bestehende Infrastruktur schützen.“

So wird aus millimetergenauer Vermessung ein wichtiger Baustein für die Energieversorgung von morgen – damit regenerative Energie sicher dort ankommt, wo sie gebraucht wird.