Unterirdische Leitungen prägen die Energiewende. Neue Stromtrassen, Wasserstoffleitungen und weitere Versorgungsachsen kreuzen Straßen, Bahnstrecken, Gewässer, Waldflächen oder Biotope immer häufiger im geschlossenen Verfahren. Statt offene Gräben zu ziehen, setzen Bauunternehmen dabei auf das sogenannte Horizontal Directional Drilling, kurz HDD. Die Bohrung folgt dabei einer geplanten Kurve, in die später Fachfirmen Rohre in den Bohrkanal einziehen.
Genau hier setzt unsere PV ANSPERGER mbH mit einem neuen Messsystem an. Dazu haben wir ein Gyroskop-Mapping-System angeschafft und erschließen uns damit auch ein neues Geschäftsfeld in der Leitungsvermessung. Das neue Mapping System DR4 erfasst dazu nach der Bohrung die tatsächliche Lage der Leitung im Untergrund. Die dazu notwendigen Messungen erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie zeigen, ob die ausgeführte Bohrung der Planung folgt und ob die Leitung die zulässigen Biegeradien einhält. Das spielt vor allem bei Stahlrohren, Kunststoffrohren und Kabelschutzrohren eine zentrale Rolle. Zu enge Radien können das Rohr oder die später eingezogene Leitung belasten. Betreiber brauchen deshalb fundierte Daten zur Lage, Tiefe und Kurve der Leitung.
Unser neues Gyroskop arbeitet unabhängig von oberirdischen Signalen und magnetischen Einflüssen. Dabei ziehen Fachkräfte die Sonde mit einem Seilsystem mehrfach durch die noch offene Leitung. Aus diesen Messläufen entsteht anschließend ein gemittelter Datensatz, der die tatsächliche Bohrkurve sauber abbildet und die Grundlage liefert für die anschließende Dokumentation, die Qualitätssicherung und die weitere Planung. „Für uns ist das ein neuer Leistungsbereich, der sehr gut zu unserer Arbeit an der gegenwärtigen Energieinfrastruktur passt“, sagt Geschäftsführer Jörg van Kesteren. „Wir sehen bei Stromtrassen und bei künftigen Rohrleitungen einen wachsenden Bedarf an präziser Kontrolle. Dort entstehen viele geschlossene Querungen, und jede einzelne braucht verlässliche Daten.“
Unser Team nutzt nun die vorhandene Vermessungskompetenz und ergänzt sie um individuelle Herstellerschulungen. Erste Projekte laufen bereits an, weitere Anfragen liegen vor. Auch beim 3D-Laserscanning hat die PV ANSPERGER mbH vor vielen Jahren eine damals neue Technologie zunächst in die Praxis überführt und daraus dauerhaft nutzbare Leistungen entwickelt.
Strom aus erneuerbaren Energien muss bereits heute über weite Strecken transportiert werden. Wasserstoff soll künftig Industrie und Kraftwerke versorgen. Beide Entwicklungen brauchen unterirdische Leitungen, die sicher geplant, gebaut und dokumentiert werden. Mit dem Gyroskop-Mapping arbeitet die PV ANSPERGER mbH unmittelbar an dieser Aufgabe mit – technisch, präzise und nah an den Anforderungen der kommenden Energienetze.