Was nützt die präziseste Vermessung, wenn sich ihre Ergebnisse später nur umständlich nutzen lassen? Mit der Digitalisierung trat neben der Genauigkeit der Messdaten eine weitere Frage in den Vordergrund: Wie lassen sich geografische Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander verknüpfen, auswerten und dauerhaft verfügbar halten?
Unsere PV ANSPERGER mbH beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Aufgabe – und setzte bereits vor zehn Jahren auf offene Geoinformationssysteme. Genauer: Im Herbst 2016 stellten wir die Geodateninfrastruktur des Wasserverbundes Niederrhein (WVN) auf die Open-Source-Software QGIS um. Vorausgegangen war eine intensive Suche nach einer Alternative zum bisherigen System. Nach ersten internen Tests und einem erfolgreichen Pilotprojekt wechselte der Wasserversorger vollständig zur neuen Lösung.
QGIS ist ein Geoinformationssystem, das räumliche Daten erfasst, verwaltet, analysiert und auf digitalen Karten darstellt. Die Software unterstützt zahlreiche Dateiformate und Datenbanken. Ihr offener Aufbau erleichtert es, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verbinden.
Für uns entwickelte sich daraus ein eigenständiges Arbeitsfeld, in dessen Rahmen wir QGIS nicht nur in weiteren Projekten einsetzen, wir haben uns bereits 2016 der deutschen QGIS-Anwendergruppe angeschlossen.
Wie praktisch die Datenverarbeitung sein kann, zeigte sich beispielsweise 2019 bei einem weiteren Projekt für einen regionalen Wasserversorger. Dort entwickelten wir ein digitales Wartungssystem für Hydranten, Schieber und andere Armaturen. Statt die Ergebnisse der regelmäßigen Kontrollen in getrennten Excel-Listen zu dokumentieren, konnten die Mitarbeitenden ihre Informationen fortan direkt den jeweiligen Objekten auf einer digitalen Karte zuordnen. Fotos, Zustandsbeschreibungen und Wartungsdaten flossen in eine gemeinsame Datenbasis ein.
Die Bedeutung solcher Lösungen reicht weit über einzelne Vermessungsprojekte hinaus. Zum Weltnormentag am 14. Oktober 2026 erinnerte das internationale Normungsgremium ISO/TC 211 daran, wie wichtig einheitliche Standards für die Qualität, den Austausch und die langfristige Nutzbarkeit geografischer Informationen sind. Und für unsere Vermessungspraxis bedeutet das: Aus präzise erfassten Koordinaten, Leitungsverläufen und Bauwerksdaten entstehen Informationen, mit denen Unternehmen langfristig arbeiten können.
Die Messung liefert die Grundlage – entscheidend ist, was sich anschließend aus den Daten machen lässt.