Unsere PV ANSPERGER mbH übernimmt gemeinsam mit einem großen Ingenieurbüro erneut Aufgaben bei der Trassierung wichtiger Energieinfrastruktur in Deutschland. Dazu vermessen wir zwei voneinander unabhängige Projekte von je 60 und 8 Kilometern Länge. Die späteren Neubautrassen sind Teil des Ausbaus der deutschen Wasserstoffinfrastruktur.
Für uns beginnt die Planung dabei nicht erst am Schreibtisch. Zunächst erfassen wir den geplanten Trassenkorridor aus der Luft. Ein spezialisierter Dienstleister befliegt die Bereiche mit einem Leichtflugzeug und kombiniert hochauflösende Bildaufnahmen mit einem LiDAR-Laserscanner. So entstehen nicht nur Orthofotos aus Senkrecht- und Schrägaufnahmen, sondern zugleich präzise dreidimensionale Messdaten der Geländeoberfläche. „Wir erhalten damit eine sehr genaue geometrische Grundlage für die weitere Trassierungsplanung“, erklärt Geschäftsführer Jörg van Kesteren. Um die Genauigkeiten zu optimieren, vermessen unsere Messtrupps ausgewählte Punkte vor Ort noch einmal terrestrisch. Ein eindeutig identifizierbarer Kanaldeckel kann beispielsweise als Kontrollpunkt dienen: Seine Koordinaten und seine Höhe vergleichen wir mit den Daten aus der Befliegung. So lässt sich die Qualität der flächendeckenden Erfassung unmittelbar überprüfen.
Bereits seit August läuft außerdem die Fremdleitungsermittlung. Dafür identifizieren wir alle Netz- und Leitungsbetreiber, deren Infrastruktur den vorgesehenen Trassenkorridor berühren könnte, und holen die entsprechenden Bestands- und Leitungsauskünfte ein. Die unterschiedlichen Daten und Pläne führen wir lagebezogen zusammen und überführen sie in eine einheitliche vermessungstechnische Planungsgrundlage. So wird sichtbar, wo vorhandene Leitungen die geplante Wasserstofftrasse kreuzen, parallel zu ihr verlaufen oder bei der weiteren Planung berücksichtigt werden müssen. Die Arbeiten laufen noch bis Ende Oktober, die beiden Gesamtprojekte werden uns nach aktuellem Stand bis Ende 2027 begleiten.
Die Projekte gehören zu einem deutlich größeren Umbau der deutschen Energieinfrastruktur. Das von der Bundesnetzagentur genehmigte Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 Kilometer und soll zentrale Industriezentren, Kraftwerke, Speicher, Erzeugungsanlagen und Importkorridore miteinander verbinden. Rund 44 Prozent des Netzes entstehen als Neubau, 56 Prozent durch die Umstellung vorhandener Erdgasleitungen. Die Maßnahmen des Kernnetzes sollen bis 2032 umgesetzt sein.
„Wie schnell sich der Wasserstoffmarkt tatsächlich entwickelt, verändert sich derzeit immer wieder“, sagt van Kesteren. „Für uns als Vermessungsingenieure bleibt aber eines gleich: Bevor eine Leitung gebaut werden kann, braucht die Planung eine präzise und verlässliche Datengrundlage. Genau dafür sorgen wir.“
Foto: MILAN Geoservice GmbH