Seit 2015 arbeiten wir mit einem großen Fernleitungsnetzbetreiber für Erdgas zusammen und haben in dieser Zeit bereits fünf umfangreiche Projekte begleitet. Dabei konzentrieren wir uns auf die Planung von Gastransportleitungen und sind damit für die Trassierungsarbeiten verantwortlich. Nun wurden wir beauftragt, die Planung einer Wasserstoffleitung von Wilhelmshaven bis nach NRW durchzuführen. Von der rund 245 km langen Leitung trassieren wir nun 45 Kilometer. Die zukünftige Leitung hat einen Durchmesser von DN1400 und wird mit einem maximalen Druck von 100 bar betrieben.

Das gesamte Projekt findet im Rahmen des von der Bundesregierung verabschiedeten Ziels der Klimaneutralität statt. In Wilhelmshaven werden dazu zahlreiche neue Terminals gebaut, um den Wasserstoff der Zukunft zu produzieren und/oder anzuliefern und von dort aus in die Republik zu verteilen.

„Normalerweise dauern allein die Planungsarbeiten für derartige Bauvorhaben viele Jahre. Wir planen jetzt – von der Politik angeschoben – die Inbetriebnahme 2028. Das ist für ein solches Projekt schnell,“ weiß Dipl.-Ing. Sebastian Prokopf. Ende 2025 wollen wir der zuständigen Betriebsregierung die Unterlagen vorlegen, um die Bauerlaubnis zu erwirken, die dann 2026 starten soll.

Für ein solches Projekt starten wir mit der Erstellung der Basispläne, in die nicht nur das vorhandene Kataster eingebettet ist, sondern auch die geplante Achse inklusive Arbeitsstreifen, sowie die Fremdleitungen anderer Betreiber. Im Vorfeld wurde die Trasse mittels Airborne-Laserscanning beflogen. Auf Grundlage der Laserscandaten und Luftbilder wird die Topografie aus diesen Daten abgeleitet und digitalisiert. Im Anschluss führen wir die örtliche Vergleichsvermessung der realen Topografien durch (Gräben, Böschungen, Baumstammgrenzen etc.), die dann ergänzend in die Pläne eingebracht werden. Nachfolgend kann dann die geplante Leitungsachse an die möglicherweise neuen lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Nach Freigabe dieser Pläne fertigen wir die notwendigen Längsprofile an – zur präzisen Darstellung aller Arbeiten vor Ort. Und nicht zuletzt verifizieren wir noch den Eigentümer im Grundbuchamt für etwaige Entschädigungen, die aus den Arbeiten resultieren.

Es ist ein wirklich spannendes Gesamtprojekt, mit einem großen Ziel, das den Wandel hin zu den erneuerbaren Energien beflügelt. Und wir sind mittendrin an einem Zukunftsthema, von dem nachfolgende Generationen partizipieren werden.